Es ist normal verschieden zu sein! - SUCHTERKRANKUNG

Zu den häufigsten psychischen Störungen in Deutschland gehört die

Suchterkrankung

Sucht bezeichnet die Abhängigkeit  von einer Substanz (z.B. Alkohol, Zigaretten, Medikamente, Heroin, ...) oder von einem Verhalten (z.B. Glückspielsucht, Kaufsucht, Internetsucht, …).

Wann spricht man von einer Sucht?

Auch wenn es eine Vielzahl von Süchten gibt, so sind alle durch gemeinsame Merkmale gekennzeichnet: 

  • starkes Verlangen nach dem Suchtmittel 
  • Schwierigkeiten, das Konsumverhalten in Bezug auf Menge, Zeitpunkt und Dauer zu kontrollieren
  • physische und psychische Entzugssymptome
  • Bagatellisieren oder Verleugnen der Sucht; oft wird versucht diese zu verheimlichen 
  • Toleranzentwicklung: Es werden immer größere Mengen benötigt um die gleiche Wirkung zu erzielen
  • Vernachlässigung anderer Interessen und Verpflichtungen. Hobbies und soziale Kontakte geraten in den Hintergrund. 
  • Körperliche oder psychische Entzugssymptome
  • Veränderung der Persönlichkeit
  • Substanzmissbrauch oder süchtiges Verhalten wird trotz besseren Wissens und trotz schädlicher Folgen nicht aufgegeben 

Wie entsteht eine Suchterkrankung und wie wird sie behandelt?

Eine Suchterkrankung entsteht durch mehrere Faktoren, wie zum Beispiel der Persönlichkeit, dem Umfeld oder dem Konsummittel. Der körperliche und psychische Zustand einer Person, sowie weitere Beeinträchtigungen im Leben, wie beispielsweise Entwicklungsstörungen und Bewältigungsmechanismen spielen bei der Entstehung einer Suchterkrankung eine große Rolle. Das Suchtverhalten einer Person wird außerdem durch Familie und Freunde, dem Wunsch anerkannt zu sein und dazu zu gehören, die Preisgestaltung und die Verfügbarkeit des Konsummittels, die rechtlichen Rahmenbedingungen und durch die soziale und berufliche Situation beeinflusst. Die Art, Wirkung und Dosis des Konsummittels, die Dauer des Konsums, die Verfügbarkeit vor Ort und die Rauschwirkung sind auch Faktoren, die das Suchtverhalten enorm beeinflussen. Oft steht beim Erstkonsum der Genuss im Vordergrund. Den Weg zum Suchtverhalten können wir uns dann wie eine „Suchttreppe“ vorstellen: 

Genuss → Gebrauch → Gewohnheit → Missbrauch → Sucht 

Behandlung und Therapiemöglichkeiten einer Suchterkrankung

Da die Sucht als Krankheit anerkannt ist übernehmen die Krankenkassen und die Rentenversicherung die Kosten für eine (stationäre oder ambulante) Therapie. Davor sollte ein kostenloses Beratungsgespräch in einer Suchtberatungsstelle und beim Hausarzt stattfinden um die richtige Therapiemöglichkeit heraus zu bekommen. In der Therapie wird die Persönlichkeit des Betroffenen stabilisiert und nach alternativen Möglichkeiten der Problem- und Konfliktbewältigung gesucht, ohne das bevorzugte Suchtmittel zu verwenden. Es ist wichtig die  Angehörigen mit einzubeziehen, damit der Betroffene die neu erlernten Möglichkeiten auch im Alltag gut umsetzten kann und nicht in sein/ihr altes Muster zurück fällt. 

Wichtig zu wissen: 

  • Sucht ist eine Krankheit, Vorwürfe und Anschuldigungen nützen wenig
  • Meist bedarf es professioneller Hilfe, um aus dieser fatalen Situation herauszufinden
  • Ignorieren sie als Angehörige/Freunde das Suchtproblem nicht. Suchen sie das klärende Gespräch und nehmen sie für sich professionelle Beratung in Anspruch.

Hinweis:
Suchtsprechstunde am GpZ Freiberg, Himmelsleiter 60, Stuttgart Freiberg
1mal mtl. Mittwochnachmittags.
Termine können  über Frau Koch, Tel 0711 / 849491188, vereinbart werden.