Es ist normal verschieden zu sein! - PSYCHOSE

Unter dem Begriff Psychose werden verschiedene psychische Störungen zusammengefasst, bei denen es zu einem vorübergehenden mehr oder weniger umfassenden Verlust des Realitätsbezuges kommt. Zu ihr zählen bipolare Störungen, schwere Depressionen und die

Schizophrene Erkrankung

Etwa einer von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Schizophrenie. Sie kann ab dem Jugendalter auftreten. Instabile Lebensphasen und hinzukommende Belastungen erhöhen das Erkrankungsrisiko. Weitere Faktoren, wie z.B. frühe traumatische Erlebnisse, familiäre Vorbelastung, früher und massiver Cannabiskonsum können ebenfalls die Erkrankung begünstigen.

Was sind Anzeichen einer schizophrenen Erkrankung?

Sie können abhängig von dem Betroffenen und seinen Lebenszusammenhängen verschiedene Formen annehmen. Es können das Denken, Fühlen, die Empfindung zum eigenen Körper und der Kontakt zu anderen Menschen verändert sein. Auch bzgl. des Schweregrades und des Verlaufs gibt es vielfältig Unterschiede. In akuten Phasen ist es für den Betroffenen oft schwierig zwischen der Wirklichkeit und der eigenen, subjektiven Wahrnehmung zu unterscheiden. Wahrnehmungen, wie Bilder, Stimmen oder Gerüche, die andere nicht hören/sehen können werden als Halluzinationen bezeichnet. Botschaften aus einer anderen Welt oder das Gefühl verfolgt oder bedroht zu sein zählen zu den Wahnvorstellungen. Das Denken kann durch rasche Gedankensprünge und dem Problem sich zu konzentrieren geprägt sein. Es besteht oft extreme Dünnhäutigkeit und die Grenzen zwischen der inneren und äußeren Welt verwischen. Die Nähe auch zu geliebten Menschen kann bedrohlich wirken. Insgesamt besteht eine Situation der Reizüberflutung. Es kann jedoch auch ein Zustand mit wenig Energie und Antrieb, sozialem Rückzug, gedämpfter Stimmung und scheinbarem Desinteresse auftreten. 

Wie wird eine schizophrene Erkrankung behandelt?

Zunächst ist es wichtig, dass der Betroffene zur Ruhe kommt und die Reizüberflutung gemildert wird. Hier hilft Orientierung und Sicherheit einer persönlichen therapeutischen Beziehung und eine medikamentöse Behandlung. Therapieformen wie Soziotherapie, Musik- und Ergotherapie  und Selbsthilfegruppen können hilfreich sein. Vermittlung von Wissen über die Erkrankung und von Methoden zum anderen Umgang mit Belastung und Stress sind wichtige Elemente für eine Rückfallvorbeugung.

Was können Freunde und Angehörige tun:

Menschen mit schizophrener Erkrankungen nehmen sich und ihre Umgebung verändert wahr und sie werden auch selbst für die Umgebung fremd. Dies bedeutet für alle viel an Verunsicherung und Belastung. Falls möglich gelassen und zugleich aufmerksam Anteil nehmen. Es ist oft eine Balance zwischen Zuwendung und Begrenzung. Wichtig ist für sich selbst gut zu sorgen und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Wichtig zu wissen: 

  • Psychotisches Erleben wird als real erlebt, auch wenn es sich mit der Realität anderer Menschen nicht deckt. Darüber zu streiten führt meist nicht weiter.
  • Ein Symptom der Erkrankung kann sein, dass man sich selbst nicht als krank erlebt. 
  • Menschen mit schizophrenen Erkrankungen sind stark durch Stigmatisierung betroffen.
  • Bei Fragen und Verunsicherung sich professionellen Rat holen 

Für weitergehende Fragen können Sie sich gerne an Frau Gabriele Rein vom Gemeindepsychiatrischen Zentrum Freiberg wenden:

Gabriele Rein
Himmelsleiter 60, 70437 Stuttgart
Tel. 0711 / 8 49 49 10, Gabriele.Reindontospamme@gowaway.eva-stuttgart.de