Es ist normal verschieden zu sein! - DEMENZ

Zu den häufigsten Krankheitssyndromen im Alter gehört die

Demenz

Sie umschreibt einen Abbau des Gedächtnisses und von Denkleistungen, sowie emotionaler und sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Demenz entsteht durch eine Erkrankung, in deren Verlauf sich die Nervenzellen und deren Verbindungen im Gehirn verändern oder zerstört werden. In Deutschland sind 9,1% der über 65-jährigen betroffen. Die Anzahl der erkrankten Personen steigt in der zweiten Lebenshälfte mit zunehmendem Alter an. Es gibt verschiedene Ursachen und Formen einer Demenz. Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste. Weitere Formen sind Vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und Pick-Krankheit. Demenzen könne auch infolge anderer Erkrankungen auftreten, wie z.B. langjähriger Alkoholmissbrauch, Parkinsons, u.a.m.

Welches sind die Symptome einer Demenz?

Eine Demenz beginnt meist schleichend. Oft werden erste Symptome von den Betroffenen selbst und ihren Angehörigen lange nicht erkannt. Die Demenz kann sich über Jahre hinweg langsam verschlimmern, seltener nimmt sie einen raschen Verlauf.

Symptome einer Demenz zeigen sich durch Schwierigkeiten in folgenden Bereichen:

  • Neue Informationen aufnehmen und behalten (z.B. sich an kürzlich getroffene Verabredungen oder Handlungen nicht erinnern, sich häufig wiederholen)
  • Komplexere Handlungen durchführen (z.B. Mahlzeiten kochen)
  • Vernunft und Urteilskraft (Situationen sind schlecht einschätzbar und bewertbar) 
  • Logisches und abstraktes Denken
  • Räumliche und örtliche Orientierung (findet sich in unvertrauter Umgebung schlecht zurecht)
  • Sprache (Wortfindungsstörungen, komplexen Gesprächen kann nicht gefolgt werden)
  • Verhalten: kann ängstlicher, passiver, langsamer sein, oder auch misstrauischer, aggressiver, leichter erregbarer, enthemmter
  • Wahrnehmung: visuelle oder akustische Reize werden missinterpretiert, Halluzinationen können auftreten

Wie entsteht eine Demenz und wie wird sie behandelt?

Die Ursachen einer Demenz sind letztlich noch nicht bekannt. Als vorbeugend gilt sich gesund zu ernähren, körperlich, geistig und sozial aktiv zu bleiben.

Bei der Behandlung einer Demenz gibt es sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze. Diese können das Fortschreiten verlangsamen und die Befindlichkeit und Situation verbessern. Eine Heilung ist nach heutigem Stand nicht möglich. Bei Medikamentengaben richtet sich die Auswahl nach dem Symptom, das beeinflusst werden soll. Es ist zu berücksichtigen, dass bei älteren Menschen oft eine geringere Dosis notwendig ist, z.T. Medikamente anders wirken und auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten entstehen können. Die Medikamentengabe sollte daher fachärztlich (Psychiater oder Neurologe) begleitet werden. Nichtmedikamentöse Ansätze umfassen von Ergo- und Bewegungstherapie bis hin zu Stimulation von sensorischer Wahrnehmung ganz vielfältige Möglichkeiten.

Wichtig zu wissen:

  • Die diagnostische Abgrenzung zur Depression (Pseudodemenz) und anderer Erkrankungen ist wichtig, um Behandlungsmöglichkeiten abzuklären
  • Demenzen sind Erkrankungen, die das Umfeld schwer belasten. Eine Reihe von Verhaltensregeln kann den Umgang mit der Erkrankung für beide Seiten erleichtern.

Wenn Sie als Angehörige/Freunde betroffen sind: Informieren Sie sich und nehmen sie evtl. eigene Beratung in Anspruch.

Beratung:
Gerontopsychiatrischer Beratungsdient-GerBera,
Tel.: 0711 / 8494910,
Himmelsleiter 60, 70437 Stuttgart-Freiberg

Weiterführende Informationen: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.; www.deutsche-alzheimer.de