Es ist normal verschieden zu sein! - BIPOLARE STÖRUNG / MANISCH-DEPRESSIVE ERKRANKUNG

Bipolare Störung / manisch-depressive Erkrankung

Jeder Mensch kennt bei sich selbst Stimmungsschwankungen. Bei bipolaren Störungen sind diese Schwankungen sehr ausgeprägt und betreffen den Antrieb, das Denken und die Stimmungslage. Es werden depressive Phasen durchlebt und Phasen euphorischer oder ungewöhnlich gereizter Stimmung (manische Phasen).

Wie verlaufen Bipolare Störungen?

Grundsätzlich gilt, dass sie in Phasen auftreten. Diese können unterschiedlich stark und unterschiedlich lang sein. Auch können mehr depressive Episoden auftreten und nur eine schwache oder auch sehr ausgeprägte manische Episode. Die Phasen können direkt ineinander übergehen oder auch mehrere gesunde Jahre dazwischenliegen.

In einer manischen Episode erlebt man sich als außergewöhnlich leistungsstark, kreativ und schöpferisch. Es kann als Befreiung vor allem nach einer depressiven Phase erlebt werden. Oft liegt ein geringes Schlaf- und Erholungsbedürfnis vor. Steigert sich dieser Zustand, geht die Einschätzung der Realität immer mehr verloren und es können auch Wahnideen und Halluzinationen auftreten. Selbst fühlt man sich meist nicht als krank und macht unter Umständen Dinge, die nach dem Abklingen der Manie zu Scham und Schuldgefühlen führen. Manchmal schadet sich der Betroffene, indem er exzessiv Geld ausgibt oder auch seine bisherigen moralischen Grundsätze über Bord wirft.

Die depressive Episode ist gekennzeichnet durch Niedergeschlagenheit, Interessen- und Freudlosigkeit. Man kann sich zu nichts aufraffen, ist mut- und kraftlos. Begleitend dazu können weitere Beschwerden auftreten, z. B.  Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Schuldgefühle und Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken, Schlafstörungen oder Appetitverlust. Auch verschiedenen körperlichen Beschwerden können hinzukommen.

Wie entsteht eine Bipolare Störung und wie wird sie behandelt?

Es werden sowohl biologische Faktoren, als auch belastende Lebenserfahrungen in der Vergangenheit oder auch aktuell in Betracht gezogen. Auch sind Menschen unterschiedlich belastbar und anfällig für psychische Erkrankungen. 

Ob eine Bipolare Störung vorliegt sollte in einem ausführlichen Gespräch beim Hausarzt/Facharzt, Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle geklärt werden. Informationen von Angehörigen oder Freunden sind hierbei oft hilfreich um den bisherigen Verlauf einschätzen zu können. Häufig sind es auch Angehörige, die unter den extremen Gefühlsschwankungen leiden und auf einen Arztbesuch drängen. 

Die Behandlung verfolgt die Ziele der Akutbehandlung, der Stabilisierung und der Vermeidung weiterer Phasen. Es gibt unterschiedliche psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Auch ist es sinnvoll, die Angehörigen miteinzubeziehen. Therapieformen wie Soziotherapie, Musik- und Ergotherapie, und Selbsthilfegruppen können hilfreich sein. 

Was können Freunde und Angehörige tun?

Die unterschiedlichen Episoden sind für Angehörige und Freunde meist sehr belastend. Sich gut über die Erkrankung zu informieren und evtl. eine Selbsthilfegruppe für Angehörige wahrzunehmen erleichtert es mit den oft widersprüchlichen Äußerungen und den starken Stimmungswechseln umzugehen. Wichtig ist für sich selbst gut zu sorgen und ggf. professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Weiterführende Informationen auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (www.dgbs.de)

Oder auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst, Tel.: 0711 / 8494910