PFARRPLAN 20124

Alle sechs Jahre ist es soweit. Die Synode unserer Landeskirche Württemberg entscheidet über die Vorgaben für die zukünftige Versorgung der Kirchengemeinden mit Pfarrstellen. Das ist der sogenannte Pfarrplan. Nach den Kürzungen im Rahmen des Pfarrplans 2018 sind die Kürzungen durch den Pfarrplan 2024 sehr einschneidend: Die Pfarrstellen im Dekanatsbezirk Zuffenhausen müssen bis 2024 von derzeit 18,25 auf 14,50 Stellen reduziert werden. Auch unsere Kirchengemeinde Himmelsleiter ist von der Streichung einer Pfarrstelle betroffen. Es ist das Pfarramt Himmelsleiter-Mitte. Der Hauptgrund ist die demographische Entwicklung, die dazu führt, dass die Kirchengemeinden kleiner werden, besonders im Dekanat Zuffenhausen.
Die Zahlen in unserer Kirchengemeinde Himmelsleiter sprechen eine deutliche Sprache. Die Gemeindegliederzahl ist im Zeitraum der vergangenen sechs Jahre von 5.300 auf derzeit 4.245 gefallen. Von Jahr zu Jahr haben wir 90 bis 120 Bestattungen. Gemeindeglieder ziehen weg. Die Kirchenaustritte machen sich bemerkbar. Durch Taufen, Wiedereintritte und Zuzüge kann der Rückgang nicht ausgeglichen werden.
Die Kirchengemeinderäte im Dekanat sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer denken inzwischen über verschiedene Kooperationsmöglichkeiten nach. So soll beispielsweise die Distriktsarbeit der Pfarrerinnen und Pfarrer angesichts des Rückgangs von Pfarrstellen anders organisiert werden. Konkrete Maßnahmen wurden noch nicht beschlossen. Es braucht Zeit, sich auf die veränderte Situation auf der Ebene der Gemeinden und der der Gemeindepfarrämter einzulassen und neue Modelle der Kooperation zu entwickeln. Die Reduzierung von Pfarrstellen soll nicht zur Lähmung in der Gemeindearbeit führen, sondern dazu, dass intensivere Formen der Zusammenarbeit in den Gemeinden verantwortungsbewusst gestaltet werden. Der Pfarrplan ist mit einem Gemeindeplan zu verbinden.
Auch unsere Gottesdienstlandschaft in der Himmelsleiter verändert sich. Zum einen ist Zahl der Gemeindeglieder und damit auch die Zahl der Gottesdienstbesucher in den vergangenen Jahren insbesondere beim normalen Predigtgottesdienst am Sonntagmorgen rückläufig, zum anderen wird durch den anstehenden Pfarrplan eine Gemeindepfarrstelle gestrichen. Zudem haben sich mehr Anlässe herausgebildet, an denen wir besondere Himmelsleiter-Gottesdienste feiern, wie zum Beispiel der Schöpfungsgottesdienst oder der Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Diese Entwicklung geht weiter, die Zahl der gemeinsamen Himmelsleiter- Gottesdienste wird zunehmen. Himmelsleitergottesdienst bedeutet, dass nur an einem Ort Gottesdienst gefeiert wird und die ganze Gemeinde dorthin eingeladen ist.
Der Kirchengemeinderat hat sich auf seiner Klausur im Januar 2018 intensiv mit dem Thema beschäftigt. Wichtig war dabei – auch bei insgesamt weniger Gottesdiensten – weiterhin ein attraktives und abwechslungsreiches Gottesdienstangebot zu schaffen.
Einig waren wir uns, dass alle drei Gottesdienstorte erhalten bleiben. Selbstverständlich wird an jedem Sonn- und Feiertag Gottesdienst in der Himmelsleiter gefeiert, aber nicht mehr an allen drei Orten, so z. B. am Pfingstsonntag oder am ersten Weihnachtsfeiertag. An jedem Gottesdienstort soll mindestens ein Gottesdienst im Monat stattfinden. Einmal im Monat wird das Abendmahl gefeiert; an allen drei Orten gibt es übers Jahr ausgewiesene Taufsonntage. In den Ferien werden künftig nur Himmelsleitergottesdienste gefeiert.
Neben dem Gottesdienst am Sonntagvormittag gibt es bei uns bereits Gottesdienste zu anderen Zeiten: etwa am ersten Sonntag im Monat den „14:00 Uhr – Gottesdienst“ und das Ökumenische Taizégebet am Dienstagabend in der Evangelischen Kirche in Mönchfeld. Auch die Gottesdienste in den Pflegeheimen sind für Gemeindeglieder offen: am Dienstag in der Else-Heydlauf- Stiftung und im Haus Adam-Müller-Guttenbrunn und am Freitag im Wohnstift und im Haus St. Ulrich. Gerne möchten wir bis zum kommenden Jahr ein weiteres Gottesdienstangebot als Feierabendgottesdienst unter der Woche schaffen. Auch besondere Zielgruppen sollen stärker in den Blick genommen werden.
Über alle Gottesdienste wird weiterhin wie gewohnt im Gemeindebrief und auf der Homepage informiert.
In Zeiten der notwendigen strukturellen Veränderungen und der damit verbundenen schmerzenden Kürzungen werden die Ressourcen knapper. Gleichwohl ist dem Verkündigungsauftrag des Evangeliums weiter nachzukommen. Wir sind und bleiben unter den veränderten Bedingungen immer noch Kirche für die Menschen, die zu unserer Gemeinde gehören.

Klaus Felix Müller, 1. Vorsitzender des Kirchengemeinderats