Die kleine Himmelsleitergeschichte

An einer breiten Allee in Berlin-Zehlendorf fällt ein kleines unscheinbares Ladengeschäft kaum auf. Weder eine Leuchtschrift noch ein auffälliges Logo weisen darauf hin, um was für ein Geschäft es sich handelt. Lediglich auf der Glasscheibe der Ladentür steht das Wort „Himmelsleiter“ und darunter ist eine Telefonnummer angegeben. Ein Blick durch das Fenster zeigt ein freundlich eingerichtetes Büro mit einem Blumenstrauß und einem Visitenkartenständer auf dem Schreibtisch. Das Internet verrät, dass sich hinter dieser Himmelsleiter ein Bestattungsinstitut verbirgt, dessen Besitzer auch als freier Beerdigungsredner seine Dienste anbietet. „… das Unfassbare begreifen“ lautet der Slogan dieses Unternehmens.

Im Herbst jeden Jahres neigt sich auch unser Kirchenjahr mit dem Ewigkeitssonntag als seinem letzten Tag dem Ende zu. In dieser Zeit gedenken wir unserer Verstorbenen und werden auch durch Wochensprüche, Predigttexte und Lieder verstärkt auf die Endlichkeit unseres irdischen Lebens und an die Unendlichkeit des ewigen Lebens erinnert. Dass wir alle einmal von dieser Erde gehen müssen, ist uns allen klar. Doch wenn dann der Platz eines geliebten und vertrauten Menschen leer bleibt, erscheint diese neue Situation kaum fassbar und begreifbar, und das trifft besonders dann zu, wenn wir mit einem plötzlichen Tod überhaupt nicht gerechnet haben. „HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ lautet ein 3000 Jahre altes Psalmwort. Und Jesus verspricht denjenigen, die glauben, das ewige Leben im Reich Gottes. Wenn wir das glauben, dann haben wir den Schlüssel zum Begreifen und die Gewissheit, dass wir nicht in unfassbare Tiefen fallen werden, sondern von Gott getragen und in IHM geborgen sind. Dazu fällt mir folgendes schönes und tröstendes Wort ein: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“

 

Ihr Heiner Leiterle