Die kleine Himmelsleitergeschichte

Kennen Sie das: Sie haben eine Entdeckung gemacht und möchten andere an Ihrem Glück teilhaben lassen? Eine Leserin fand auf einem Platz in Rastatt eine Bodenplatte mit der eingemeißelten Aufschrift „Die Himmelsleiter“. Sie hatte sich sehr darüber gefreut, schnell ein paar Fotos gemacht und diese an mich weitergeleitet. Und schon war der Grundstein für eine neue Geschichte gelegt. Eine glückliche Entdeckung, herzlichen Dank!

Die Vermutung liegt nahe, dass die dabei verlegten zwei Reihen aus Steinplatten für das Kinder-Hüpfspiel „Himmel und Hölle“ gedacht sind. Wer auf den beiden weißen Platten angekommen ist, hat den Himmel erreicht. Oder handelt es sich um einen „Stolperstein“, der zum Nachdenken anregen will? Vielleicht trifft beides zu. Fröhliche Kinder hüpfen mit oder ohne Gummiband von Platte zu Platte, während bei Erwachsenen eher Gedanken an die unendliche Weite des Himmelszeltes aufkommen. Ein unwillkürlicher Blick nach oben bildet vor dem inneren Auge eine unsichtbare Himmelsleiter, die sich irgendwo im Nichts zu verlieren scheint. Oder doch nicht im Nichts, weil wir am anderen Ende der Leiter etwas erahnen; nämlich den Himmel als das Paradies mit dem ewigen Leben bei Gott selbst, dem Allmächtigen, dem Schöpfer des Himmels und der Erde?

Unser Glaube lebt von der Beziehung zum dreieinigen Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Das Einmalige ist, dass Gott für jeden von uns eine ganz persönliche Himmelsleiter als Verbindung zu ihm bereit hat. Vielleicht müssen wir immer wieder mal über unsere Himmelsleiter stolpern, um uns dieser Verbindung neu bewusst zu werden. Auch das kleinste und unscheinbarste Gebet hilft, die eigene Gottesbeziehung zu beleben und am Leben zu erhalten. Ich wünsche Ihnen dazu gute Entdeckungen, wo immer Sie unterwegs sind, ob auf ebenen oder auf holprigen Wegen.

Ihr Heiner Leiterle