Die kleine Himmelsleitergeschichte

Wussten Sie, dass unser Kirchenbezirk Zuffenhausen seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit zwei Gemeinden im Nahen Osten unterhält? Die eine Gemeinde befindet sich in Haifa (Israel) und die andere in Ramallah, dem Sitz der palästinensischen Autonomieverwaltung. Ramallah war einst fast nur von arabischen Christen bewohnt, von denen sich etliche zur St. Andrew´s Episcopal-Church zählen. In dieser unserer Partnerkirche entdeckte eine Leserin unseres Gemeindebriefes ein buntes Glasfenster mit einer Himmelsleiter. Nicht weit von Ramallah entfernt liegt Bethel, der Ort, an dem Jakob seinen Traum von der Himmelsleiter hatte. Gerade in dieser Gegend träumen die Menschen von besseren Zeiten. Nach einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage, nach mehr Freizügigkeit und nach einer sorgloseren Religionsausübung sehnt sich die christliche Minderheit im Heiligen Land.

In der Weltpolitik wird oft und gern über Konfliktlösungen und dauerhaftem Frieden debattiert; doch ein Patentrezept hat noch niemand gefunden. Ausgerechnet im Land, in dem Jakob seinen Himmelsleitertraum hatte und aus dem der weise König Salomo und nicht zuletzt der Messias und Gottessohn Jesus stammten, gestaltet sich das Zusammenleben der Menschen so schwierig. Hat Gott seinen Segen diesem Landstrich entzogen? Gewiss nicht! Auch wenn die Medien fast ausschließlich nur von Anschlägen, gewalttätigen Übergriffen oder brennenden Autoreifen berichten, so hören wir nur selten von den vielen kleinen friedenstiftenden Aktionen, den persönlichen Begegnungen und Freundschaften sowie von selbstlosen humanitären Ereignissen zwischen den Bevölkerungsgruppen und Religionen, die es - Gott sei gedankt – auch gibt.

So wie Gott auf dich und mich achtet und seinen Segen uns schenkt, so wirbt er auch dort, wo Hass und Unfriede herrschen, auf IHN zu schauen und IHM zu vertrauen. Die Himmelsleiter kann uns dabei eine Hilfe für unseren Blick nach oben sein. Wer aus seinen eigenen menschlichen Niederungen auf Jesus schaut, wird etwas von Gottes Größe, Liebe und Wirken spüren. Dort, wo Menschen nicht mehr weiter wissen, ist bei IHM noch alles möglich. Aber beten können wir, auch für die Menschen im Himmelsleiter-Land.

Ihr Heiner Leiterle