Die kleine Himmelsleitergeschichte

„Steil bergauf!“ Denken Sie da nicht zuerst an einen steilen und beschwerlichen Steig oder vielleicht an die steile berufliche Karriere eines Senkrechtstarters? Dabei stellen Sie fest, dass beides nicht unbedingt Ihre Sache ist. Das Gegenteil dazu wäre ein langer, nur leicht, aber stetig ansteigender Weg nach oben. Könnten Sie sich mit einer solchen Durststrecke eher anfreunden? Rein physikalisch gesehen ist es egal, ob es kurz und steil oder lang und flacher nach oben geht; denn die zu verrichtende Arbeit ist dieselbe und das angestrebte Ziel ohnehin. Auch im Glaubensleben kommt es auf das Ziel an. Die Wege dorthin können unterschiedlicher nicht sein. Umwege, Rückschritte, steile und flache Passagen wechseln sich ab. Kurz: Viele Wege sind möglich, um ein und dasselbe Ziel zu erreichen; denn den sogenannten Königsweg gibt es nicht.
Der britische Schriftsteller und Talkshow- Moderator Adrian Plass, der auch in Deutschland mit seinem Buch „Tagebuch eines frommen Chaoten“ bekannt geworden ist, beschrieb in seiner 1992 auf Deutsch erschienenen Biographie seinen außergewöhnlichen und mit Konflikten und Glaubenskrisen durchsetzten Lebensweg unter dem Titel „die steile himmelsleiter – Eine ehrliche Biographie“. Adrian Plass´ Wege war gekennzeichnet durch steile und gefährliche Abschnitte sowie durch Zeiten des Zweifelns aber auch des Erfolges. Seine Begegnungen und Gespräche mit faszinierenden Menschen lassen ihn Auswege aus der Krise finden. Seine Frau Bridget und seine vier Kinder gaben ihm einen familiären Halt. Sein Humor zeigt sich, wie er seine Gottesbeziehung formuliert, aber auch wie er z. B. Gemeindeglieder ironisch überspitzt darstellt und wie er von sich selbst als dem frommen Chaoten spricht. Es entstand eine stattliche Fangemeinde. Seine Bücher besaßen zuweilen Kultstatus. Am Ende seiner Biographie verrät er das Geheimnis seines Erfolgs: "Seid misstrauisch gegenüber allen Patentlösungen, die man
euch anbietet; aber haltet aus – ER wird euch retten."

Herzliche Grüße,
Ihr Heiner Leiterle