Die kleine Himmelsleitergeschichte

Ob in Internet-Verkaufsportalen auch Himmelsleiter-Ansichtskarten angeboten werden? Ja, tatsächlich fand ich eine alte Karte aus der Zeit um das Jahr 1900 mit einer Zeichnung vom Eingang der historischen Gaststätte Himmelsleiter beim alten Fischmarkt in Hamburg. Weil ich mehr darüber erfahren wollte, hatte ich das Staatsarchiv Hamburg um Hilfe gebeten. Erstaunliches erhielt ich als Antwort. Die Gründung dieses alten Bierlokals soll auf das Jahr 1459 zurückgehen, und den Stammtisch dort soll es schon vor 1700 gegeben haben. Berühmtheiten wie Reichskanzler Otto v. Bismarck, der Schriftsteller Detlev von Liliencron und viele andere hatten hier gekneipt. Vielleicht fühlten sie sich hier dem Himmel näher, wie es der Name der Kneipe vermuten ließ? Das Wirtshausschild mit dem sechseckigen Stern, einem Hexagramm, den wir auch als Davidsstern kennen, weckte meine Neugier. Der sechseckige Stern, so erfuhr ich, deutet nicht auf ein jüdisches Lokal oder auf einen jüdischen Besitzer hin, sondern es handelt sich um einen „Brauerstern“, der als Zunftzeichen der Bierbrauer seinen Ursprung im süddeutschen Raum hatte. Oftmals führten ihn Brauereien in ihrem Markenzeichen. Die drei Dreiecke, aus denen dieser Stern zusammengesetzt ist, gehen zurück auf die 3 Elemente Feuer, Luft und Wasser, die beim Bierbrauen zusammenkommen.

Symbole, Zeichen und Grafiken begegnen uns allenthalben. Bei vielen wissen wir sofort, wo sie hingehören und was mit ihnen zum Ausdruck gebracht werden soll. Oftmals bleiben uns Bedeutung und Ursprung jedoch verborgen. Sinn und Ursprung dieser Symbole oder Zeichen können wie beim sechseckigen Stern auch mehrdeutig sein. Verwechslungen oder Irreführungen bleiben da nicht aus. Unser wichtigstes Symbol ist das Kreuz, mit dem wir die Auferstehung von Jesus Christus bekunden. Auch Herz, Lutherrose, Fisch und Abendmahlskelch finden wir in christlichen Büchern, Kirchenfenstern, Kunstwerken, Traktaten usw. als Symbole für unseren Glauben und unsere Kirche. Schon der Apostel Paulus musste feststellen, dass das Kreuz vielen eine Torheit oder ein Ärgernis ist, doch für uns Christen ist es das unverkennbare Zeichen für unseren Glauben, mit dem wir die Liebe, Treue und Zuwendung unseres auferstandenen HERRN bezeugen.

Kommen Sie bewahrt und gesund durch diese Zeit,

Ihr Heiner Leiterle