Konfirmation und Konfi 3

Mit einem festlichen Gottesdienst wird in der evangelischen Kirche die Konfirmation gefeiert. An diesem Tag stehen die Konfirmandinnen und Konfirmanden im Mittelpunkt der Gemeinden. Obwohl das Fest eine alte protestantische Tradition ist, wird die Konfirmation in der Bibel nicht erwähnt – und weder Jesus noch Luther sind konfirmiert worden. Wie hat sich also die besondere Bedeutung dieses Festes entwickelt?

Mit der Konfirmation bekennen sich junge Menschen zu ihrem christlichen Glauben. Das lateinische Wort confirmare heißt so viel wie: bestärken, bestätigen, befestigen.Die Jugendlichen, die sich konfirmieren lassen, bestätigen und bekräftigen damit die Entscheidung für den christlichen Glauben, die zunächst bei ihrer Taufe die Eltern für sie getroffen hatten. Mit der Konfirmation sind einige Rechte innerhalb einer Kirchengemeinde verbunden. Wer konfirmiert ist, darf beispielsweise ein Patenamt übernehmen und an allen Entscheidungen in seiner Gemeinde mitwirken.

Seit den frühen Tagen des Christentums bis heute gilt allerdings: Christ wird man durch die Taufe. Anfangs war es noch üblich, Erwachsene zu taufen. Es gab einen ausführlichen Taufunterricht, der manchmal mehrere Jahre dauerte. Am Ende des Unterrichts stand die Entscheidung, sich taufen zu lassen.

Allmählich setzte sich mehr und mehr die Kindertaufe durch. Das bedeutet, dass die Eltern sich – stellvertretend für ihr neugeborenes Kind – für den christlichen Glauben entscheiden. Mit der Taufe eines gerade geborenen Säuglings wird besonders betont, dass dieser den Segen der Taufe als ein Geschenk empfängt – ohne dass er etwas dafür tun könnte oder müsste. Allerdings kann man einen so jungen Menschen noch nicht unterrichten. Auf diese Weise fiel die christliche Unterweisung, das Kennenlernen des eigenen Glaubens weg: Man wurde einfach in seinenGlauben „hineingeboren“.
Um jungen Gemeindegliedern aber die Möglichkeit zu geben, den eigenen Glauben zu entdecken und sich die nötigen Kenntnisse anzueignen, entwickelte sich bereits während der Reformation ein Katechismus-Unterricht, als Vorbereitung auf das erste Abendmahl. Die Reformatoren betonten die Notwendigkeit einer Unterweisung der getauften Christen. In seinem Katechismus hat Martin Luther die Inhalte des Glaubens so zusammengefasst, dass Pfarrer, Lehrer und andere Erwachsene sie damit vermitteln können.

Richtig populär und ein selbstverständlicher Teil der christlichen Biografie wurde die Konfirmation allerdings erst im 18. Jahr hundert, als in der Zeit des Pietismus die persönliche Frömmigkeit und das eigene Bekenntnis des Gläubigen sehr betont wurde.
Inzwischen haben sich die Verhältnisse wieder geändert. Sollte es zwischen der Taufe und dem Konfirmandenunterricht mit 13 Jahren nicht ein weiteres Angebot für Kinder und ihre Familien geben, den Glauben und die Kirche näher kennenzulernen?

Auf dem Weg zur Konfirmation gibt es in unser Landeskirche deshalb seit einigen Jahren die Möglichkeit einer zweigeteilten Konfirmandenzeit – in Klasse 3 und Klasse 8. Wir in der Himmelsleiter haben uns für diesen Weg entschieden, auf dem wir sowohl Kinder als auch Jugendliche begleiten:

Im ersten Teil sollen Kinder im dritten Schuljahr auf spielerische, kreative Art und Weise mit Kirche, ihrer Gemeinde und dem christlichen Glauben vertraut gemacht werden – das ist Konfi 3. Kinder im Grundschulalter sind offen für Neues und aufmerksame Zuhörer bei Erzählungen. Sie haben Fragen, die Gott und Religion betreffen. Sie werden von Symbolen unmittelbar angesprochen, so dass sie gerade Taufe und Abendmahl ganz anders verstehen können als Jugendliche. Eltern und Familien werden bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder unterstützt und erhalten Impulse auch für den eigenen Glauben.

In der 8. Klasse findet wie bisher der zweite Teil des Konfirmandenunterrichts statt, der mit der Konfirmation abschließt. Allerdingsist die Teilnahme am Konfi 3 keine Bedingung zur Teilnahme am Konfirmandenunterricht in Klasse 8.

In den kommenden Wochen feiern wir sowohl den Abschluss des ersten Konfi 3-Jahrganges bei uns in der Himmelsleiter als auch die Konfirmation. Zu beiden  Gottesdiensten ist die Gemeinde ganz herzlich eingeladen. Feiern Sie mit den Kindern und den Jugendlichen diese wichtigen Schritte auf dem Weg des Glaubens und begleiten Sie die jungen Menschen mit Ihrer Fürbitte!

Barbara Reiner-Friedrich