Es ist normal verschieden zu sein!

Der Trauer Zeit und Raum geben.

Abschiede gehören zum Leben. Es sind intensive Gefühle des Schmerzes, oft kaum zu ertragen. Trauer hat mit Verlust zu tun: Verlust eines nahen Menschen, Verlust einer Beziehung oder Freundschaft, dem Aufgeben eines Lebensentwurfes oder auch der Verlust von Fähigkeiten, aufgrund von Alter oder Krankheit. Auch dies kann mit anhaltender Trauer verbunden sein. Meist verbinden wir Trauer mit dem Tod eines nahen Angehörigen.

Jeder trauert anders.

Wer einen nahen Menschen verliert, für den bricht eine Welt zusammen. Eine wichtige Bezugsperson ist gegangen und wir müssen unser Leben, unseren Alltag neu erfinden. Zukunft war immer gemeinsam, nun fehlt jede Vorstellung von ihr. Der einen ist wenig anzumerken, der anderen steht die Trauer ins Gesicht geschrieben. Manche sind schweigsam und in sich gekehrt, anderehabe das Bedürfnis zu reden, von der verstorbenen Person zu erzählen, zu weinen oder auch gemeinsam zu beten. Für den einen ist die Zeit der Trauer eher kurz, für den anderen dauert es lange, bis die scharfen Kanten des Schmerzes nicht mehr so sehrwehtun. Hier gibt es keine Regel. In unserer schnelllebigen Zeit laufen wir eher Gefahr über die Trauer hinweg zu gehen. Früher haben uns das „Trauerjahr“ und die dunkle Kleidung davor geschützt, jedoch oft auch in Konventionen gefangen.

Trauer als Prozess.

Trauer verläuft in einer Wellenbewegung. Sie ist ein emotionales Hin- und Herpendeln zwischen Trauer und auch der Fähigkeit zu lachen und Alltag zu leben. Oft steht dies nebeneinander und beides ist fast gleichzeitig da. Dies ist gut so und heilsam. Das Lachen ist eine Pause vom Schmerz. Alltag und Struktur hilft uns auch, dass sich die Trauer und der Schmerz nach und nach verändern können. Die Zeiten der Trauer werden weniger. Oft werden sie angestoßen durch bestimmte Ereignisse und Erinnerungen das erste Weihnachten alleine oder eine Situation, in der der andere besonders vermisst wird. Trauer verändert: wir gehen bewusster durchs Leben. Eventuell werden andere Maßstäbe an den Alltag entwickelt. Der Blick aufs Wesentliche wird gestärkt.

Unterschied Trauer und Depression:

Bei einer Depression ist eher eine Gefühlsleere vorhanden, wogegen Trauer ein sehr intensives Gefühl ist. Es kann sich auch ein verharren in der Trauer einstellen, und ein nur rückwärtsgewandtes Erleben. Auch kann sich eine Depression entwickeln. Trauergruppen oder auch das Gespräch in einer Beratungsstelle können klären und helfen.

Wie gehe ich mit Menschen in Trauer um?

Wir sind oft verunsichert im Umgang. Manche Trauernde sind nicht in der Lage um Hilfe zu bitten, deshalb kann es wichtig sein auf sie zuzugehen. Jedoch sich nicht aufdrängen, einfach da sein, zuhören. Geduldig sein, auch wenn ich die Geschichte schon mehrfach gehört habe. Oft ist es wichtig diese immer wieder zu erzählen. Hilfreich ist manchmal ganz konkrete Unterstützung: eine warme Mahlzeit vorbeibringen oder auch im Haushalt unterstützen.

Wichtig zu wissen:

  • Jeder trauert auf seine Weise – es gibt keine richtige oder falsche Trauer
  • Trauer verändert – Maßstäbe werden verrückt
  • Auf Trauernde zugehen ohne sich aufzudrängen, da sein, zuhören.

Für weitergehende Fragen wenden Sie sich bitte an

Frau Gabriele Rein
Gemeindepsychiatrisches Zentrum Freiberg
Himmelsleiter 60
70437 Stuttgart

Tel. 0711/ 849 49 10
Gabriele.Rein@eva-stuttgart.de